Schützt die Schutzengel

Bis Weihnachten gibt es nun täglich einen persönlichen Schutzengel bei SkulpTour. Mal sehen, ob ich das schaffe.

Früher war der Beruf des Schutzengels noch ein ehrbarer. Wer begabt war und nicht allzu viele Flausen im Kopf hatte, der konnte sogar davon leben. In Zeiten von Schutzgeldern und Schutzbehauptungen ist das schwieriger geworden.

Nicht, dass es keine Arbeit gäbe. Im Gegenteil - überall lauern Gefahren. Waren es früher noch ein paar lose Bretter und wackelige Geländer auf Brücken über reißenden Bächen (das haben TÜV und Gewerbeaufsicht inzwischen weitgehend erledigt), sind es heute Worka- und Alko-Holismus oder Pockemons im modernen Straßenverkehr. Und auch sonst - Raserei, vor allem im religiös-politischen Milieu. Also Arbeit ohne Ende und damit beste Voraus­setzungen für Schutzengel. Denkt man.

Aber so ist es nicht. Schutzengel sind nicht mehr so gefragt wie früher. Schließlich ist man ja vollkaskoversichert, wenn auch mit Selbstbehalt. Vielen ist ein Schutzengel auch einfach zu teuer. Wer kann sich heute noch Angestellte leisten. So können die meisten Schutzengel in diesen Tagen nicht sehr wählerisch sein und nehmen was sie kriegen. Kein Wunder, dass nicht mehr alle aussehen, wie aus dem Ei gepellt.

Es ist also höchste Zeit, dass sich jemand der Belange der Schutzengel annimmt, als Schutzengel der Schutzengel sozusagen. Insider wissen, dass ich da einiges gut zu machen habe. Schließlich war es am Hof über Jahre hinweg ein strenges Tabu, Engel zu machen. Es war mit dem Bann belegt, als Herz-Jesus-Schnitzer verunglimpft zu werden. Engel - das war unterste Schublade und gleichbedeutend mit Bären-, Adler- und Eulenschnitzereien. Und darunter geht es ja nun wirklich nicht, oder?

Der Hof ist nun in sich gegangen und hat die Nomenklatura reformiert. Es gilt jetzt: "Jeder hat das Recht aus seinen persönlichen Schutzengel".

3 Kommentare

  • Olivia Kommentar vom 08. November 2016

    Na, wenn das nicht ein Schutzengel ist !! Mit soooo breeeiiiten Flügeln schützt er (sie?) doch gegen alles, oder ??

  • HandundFuß Kommentar vom 09. November 2016

    Ich werd' nicht mehr!

    Nicht nur, dass es Skulptour jetzt schon seit ZEHN Jahren gibt (GLÜCKWUNSCH!!! BEIFALL!!! HOCHACHTUNG!!!),

    von denen ich 4 Kampagnen lang dabei war (2010 bis 2013) und auch weiter geblieben wäre, wenn

    dieser Hort der glückseligen Kreativität nicht im Frühjahr 2014 unter Zurücklassung von tonnen-

    weise geschaffenen Sägespänen ins Münsterland vertrieben worden wäre, ein Umstand, den ich

    nur kurze Zeit und schwer leidend aushielt, bis ich 2015 hinterher reiste, um bei einem Wochen-

    kurs von gewohnter Qualität zu erfahren, dass mein Holzwurm Karlheinz und seine immer noch

    göttlich kochende Gaby es wirklich genial getroffen und sich in Reckenfeld bereits herrlich integriert

    und einen Namen gemacht hatten. Sensationell ---- und eigentlich kein Wunder: Qualität und

    Herzenswärme setzt sich durch!!!

    ---nein, auch dass auch Menschen, die ständig von Holz umgeben sind, nicht hölzern oder gar holz- bzw.

    starrköpfig werden müssen: Ja, dass ein Holzwurm wie Karlheinz von seinen gebetsmühlenartig

    wiederholten Credos und Regeln ( mit ewig zu suchender Kreide tief in die grüne Farbe der

    Bürstadter Hoftore eingemeißelt und nicht nur uns Dienstags-Frauen in die Ohren eingebrannt)

    eines Tages so grundlegend abrücken würde, dass nicht nur "gegenständliches Arbeiten", sondern

    sogar bislang vehement verunglimpfte und verpönte Schnitz-Ziele wie ENGEL (allein das Wort,

    aus zarter und hübscher Frauenkehle unschuldsvoll und arglos in den Holzvorrat gehaucht, hatte

    den Meister jahrelang in konvulsivischen Zuckungen abscheuempfindend sich winden und

    aufjaulen lassen!) mit Nachsicht begleitet und --- was zu Bürstädter Zeiten gar völlig UNmög-

    lich schien --- von ihm selbst in Angriff genommen werden würden, das hätte ich mir in kühnsten

    Träumen nicht ausmalen können.

    Aber nun! Der Meister nimmt kostbares Holz in seine begnadeten Hände und erschafft daraus Engel, gar

    en gros! Eine Mirakel! Ein Wunder! Eine Sensation!!!

    WAS ist nur geschehen??? Ists die Münsteraner Luft? Der ausgedehntere Raum zur Entfaltung von Flügeln?

    Die Entfernung von den phantasiebeladenen schweigend-willfährig ihm folgenden, ihn anbetenden Dienstags-Frauen?

    Ich weiß es nicht.

    ABER: Ich bin, wie gesagt, sprachlos (daher auch meine wortkarge Nachricht) und begeistert.

    (Ob ich nun auch endlich meine Kleiderbügel schnitzen darf???)

    Liebe Gaby und lieber Karlheinz,

    ich beglückwünsche euch zu euren 10 Jahren SKULPTOUR, zum erfolgreichen Wurzeln in Reckenfeld,

    zu eurer Art, Menschen zu gewinnen, die sich dann rasch wohl fühlen bei euch, und für eure einzigartige Familie.

    Dass ihr so noch weitere Dekaden meistern und glatt raspeln könnt, in Freude, Gesundheit und Liebe,

    wünscht euch von Herzen

    eure Gabi "HandundFuß"

  • Karlheinz Köpfer Kommentar vom 10. November 2016

    Das hätte ich nicht treffender sagen können, liebe Gaby. Gut dass du die Kleiderbügel in Erinnerung bringst. Da war doch schon mal was. Du sollte ich vielleicht auch noch mal in mich gehen...

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